Mittelohrentzündung

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Als Mittelohr bezeichnet man den Raum hinter dem Trommelfell. Dieser ist über eine schmale Verbindung mit dem Rachenraum verbunden. Bei einer Entzündung füllt sich dieser Raum mit Flüssigkeit; der entstehende Druck und die Entzündung des Trommelfells verursachen Schmerzen. In seltenen Fällen kann das Trommelfell bei hohem Druck einreißen, sodass Eiter aus dem Ohr abfließt. Mit einem speziellen Instrument (Otoskop) kann der Arzt von außen eine Rötung oder Vorwölbung des Trommelfells erkennen und so eine Mittelohrentzündung feststellen.

Welche Ursachen hat eine Mittelohrentzündung?

Eine Mittelohrentzündung wird durch Viren oder Bakterien verursacht. Häufig besteht beim Kind gleichzeitig eine Erkältung mit laufender Nase. Wie äußert sich eine Mittelohrentzündung? Ältere Kinder klagen über Ohrenschmerzen. Kleinere Kinder weinen und greifen sich häufig ans Ohr. Zusätzlich können Fieber, Durchfall oder Erbrechen auftreten. Tritt Eiter aus dem Ohr aus, ist im Trommelfell ein Loch entstanden. In diesem Fall lassen die Schmerzen meist nach.

Wie wird eine Mittelohrentzündung behandelt?

Da eine Mittelohrentzündung in den meisten Fällen von selbst ausheilt, erfolgt zunächst eine Behandlung mit Schmerzmitteln (mit Paracetamol, Dafalgan, Panadol, ben-u-ron) oder Voltaren, Algifor, Ponstan usw. Ergänzend können abschwellende Nasentropfen gegeben werden. Bei der zweiten ärztlichen Kontrolle wird entschieden, ob Antibiotika erforderlich sind. Diese Kontrolle erfolgt in der Regel nach 1–3 Tagen (je jünger das Kind, desto früher). Bei einem Riss des Trommelfells mit Austritt von Eiter sollte unmittelbar mit einer Antibiotikabehandlung begonnen werden.

Welche Risiken hat eine Mittelohrentzündung?

In der Regel handelt es sich bei einer Mittelohrentzündung um eine gut behandelbare Erkrankung. Ein eingerissenes Trommelfell heilt normalerweise problemlos ab. Selten kann es zu ernsthaften Komplikationen wie Entzündungen der Knochen oder der Hirnhaut kommen. Wichtig ist deshalb die konsequente Umsetzung der vom Arzt verordneten Therapie. Nach einer Mittelohrentzündung kann über längere Zeit Flüssigkeit im Mittelohr zurückbleiben. Betroffene Kinder hören dadurch schlechter. Bleibt diese Flüssigkeit im Mittelohr bestehen, spricht man von einer chronischen Entzündung der Ohrtrompete. Wenn Ihr Kind auch nach 6–8 Wochen noch schlecht zu hören scheint oder unruhig ist, stellen Sie es bitte beim Kinderarzt vor. Bitte beachten Sie: Wiederkehrende Mittelohrentzündungen sind in der Regel kein Grund für eine Operation der Mandeln.

Ohrenschmerzen – was tun?

Wenn Ihr Kind über Ohrenschmerzen klagt, empfiehlt sich die Gabe von Schmerzmitteln (siehe oben). Ein Arztbesuch ist sinnvoll, jedoch nicht als Notfall, außer bei: – anhaltenden Schmerzen – schlechtem Allgemeinzustand des Kindes trotz Schmerzmitteln – anhaltendem Erbrechen – Kopfschmerzen trotz Schmerzmitteln – Schwellung rund um das Ohr. Bei Unsicherheiten oder Fragen können Sie sich telefonisch in unserer Klinik beraten lassen unter 044 700 125.