Erkrankungen, die wir behandeln

Ohr, Nase und Hals

Ein kurzer Leitfaden zu den häufigsten Beschwerden von Hals, Stimme, Ohr und Nase: wodurch sie entstehen, woran man sie erkennt und wann Sie einen HNO-Arzt aufsuchen sollten.

Hals

Halsschmerzen


Jeder kennt Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung oder Grippe. Es gibt jedoch weitere Ursachen für Halsschmerzen, die Anzeichen ernsterer Erkrankungen sein können.

Streptokokken-Angina

Die Streptokokken-Angina wird durch Streptokokken im Rachen und häufig auch in den Mandeln verursacht. Zu den Beschwerden zählen plötzlich einsetzende starke Halsschmerzen, Schluckschmerzen, Fieber über 39 °C, geschwollene Mandeln und Lymphknoten sowie weiße oder gelbliche Beläge auf dem geröteten Rachenhintergrund.

Die Streptokokken-Angina ist hoch ansteckend und hat eine Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen. Die Diagnose erfolgt über eine körperliche Untersuchung und einen Rachenabstrich.

Behandelt wird mit Antibiotika; in der Regel klingt die Erkrankung innerhalb von drei bis sieben Tagen ab, wobei die vollständige Genesung bis zu zwei Wochen dauern kann. Wichtig ist, die Streptokokken-Angina frühzeitig festzustellen und die Behandlung so schnell wie möglich zu beginnen, um eine Ansteckung anderer zu vermeiden.

Entzündete Mandeln und Rachenmandel

Die Tonsillitis ist eine Entzündung der Mandeln, die im hinteren Rachenbereich beidseits der Zunge liegen. Die Mandeln sind Teil der körpereigenen Immunabwehr. Dieses Gewebe fängt Bakterien und Viren ab, um entweder deren Eindringen in den Körper zu verhindern oder eine geeignete Immunantwort auszulösen.

Der hintere Rachenbereich kann gerötet oder geschwollen erscheinen oder einen weißen bis gelblichen Belag auf den Mandeln aufweisen. Auch die Rachenmandel (das Gewebe oben im Rachen, hinter der Nase und dem weichen Gaumen) kann entzündet und geschwollen sein und dadurch das Schlucken und/oder die Atmung behindern. Zu den Beschwerden gehören starke Halsschmerzen, schmerzhaftes oder erschwertes Schlucken, Husten, Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost sowie Schwellungen an Wangen und Hals. Eine Tonsillitis kann auch durch Streptokokken ausgelöst werden.

Zur Behandlung der Entzündung werden in der Regel Antibiotika verordnet. Wird die Tonsillitis durch ein Virus verursacht, klingt sie meist innerhalb von vier bis sieben Tagen ab. Bei chronisch wiederkehrenden Mandelentzündungen kann die operative Entfernung der Mandeln und/oder der Rachenmandel erforderlich sein (Tonsillektomie und Adenotomie). Eine Adenotomie kann auch Kindern mit chronischen Mittelohrentzündungen empfohlen werden.

Schema einer Tonsillitis: entzündete Mandeln im hinteren Rachenbereich
Tonsillitis: entzündete Mandeln auf beiden Seiten des Rachens.

Laryngitis

Der Kehlkopf lässt die Luft in die Lunge und wieder heraus strömen und verhindert dabei, dass feste Nahrung und Flüssigkeiten in die Lunge gelangen. Zugleich ist der Kehlkopf mit den Stimmbändern an der Stimmbildung beteiligt.

Die Laryngitis ist eine Entzündung des Kehlkopfes. Kennzeichnend sind Heiserkeit, Husten, bei manchen Kindern Atemnot und gelegentlich Stimmverlust. Neben einer Infektion können auch Refluxbeschwerden, Knötchen, Polypen oder eine Nervenschädigung der Stimmbänder eine Laryngitis verursachen.

Eine Laryngitis heilt meist innerhalb von zwei Wochen von selbst ab, unterstützt durch erhöhte Luftfeuchtigkeit, ausreichend Flüssigkeit und Stimmschonung; eine chronische Laryngitis muss operativ behandelt werden.

Pharyngitis

Der Rachen (Pharynx) ist das Gewebe hinter Mundhöhle und weichem Gaumen und dient als Durchgang für Speisen und Flüssigkeiten in die Speiseröhre sowie für die Luft in die Lunge. Eine Entzündung des Rachens wird als Pharyngitis bezeichnet.

Schmerzhaftes Schlucken ist das häufigste Symptom. Eine Pharyngitis kann gemeinsam mit einer Laryngitis auftreten. Auch hier heilt die Entzündung in der Regel von selbst ab – mit Schonung, ausreichend Flüssigkeit, feuchter Luft oder einer symptomatischen Therapie.

Epiglottitis

Der Kehldeckel (Epiglottis) ist eine Gewebefalte am Zungengrund, die verhindert, dass Speisen beim Schlucken in den Kehlkopf gelangen. Von einer Epiglottitis spricht man, wenn dieses Gewebe entzündet und infiziert ist.

Eine Schwellung des Kehldeckels kann die Atemwege verlegen und stellt einen medizinischen Notfall dar. Neben Infektionen können auch Chemikalien, schwere Hitzeschäden oder Verletzungen eine Epiglottitis auslösen.

Stimme

Heiserkeit


Krankhafte Veränderungen der Stimme werden als „Heiserkeit“ bezeichnet. Eine heisere Stimme kann behaucht, rau oder gepresst klingen oder Veränderungen in Lautstärke und Tonhöhe zeigen (je nachdem, ob die Stimme höher oder tiefer liegt).

Wie die Stimme entsteht

Stimmveränderungen hängen mit Störungen der klangerzeugenden Anteile (der Stimmlippen) des Kehlkopfes zusammen. Beim Atmen bleiben die Stimmlippen geöffnet. Beim Sprechen oder Singen schließen sie sich, und während die Luft aus der Lunge entweicht, geraten sie in Schwingung und erzeugen Töne. Schwellungen oder Knötchen an den Stimmlippen behindern diese Schwingung und verändern Klang, Lautstärke und Tonhöhe der Stimme.

Übersicht der Stimmbanderkrankungen: Knötchen, Polypen und Zysten an den Stimmlippen
Erkrankungen der Stimmbänder: Knötchen, Polypen und Zysten behindern die Schwingung der Stimmlippen.

Welche Ursachen gibt es?

Akute Laryngitis

Die häufigste Ursache ist die akute Laryngitis (Schwellung der Stimmlippen), die im Rahmen einer gewöhnlichen Erkältung, eines viralen Infekts der oberen Atemwege oder durch Überlastung der Stimme auftritt. Wird die Stimme während einer akuten Laryngitis stark beansprucht, kann dies zu ernsthaften Schädigungen der Stimmlippen führen.

Fehlgebrauch der Stimme

Sprechen in lauter Umgebung, übermäßige Beanspruchung, Telefonieren mit dem Hörer zwischen Schulter und Ohr, eine unpassende Stimmlage (zu hoch oder zu tief) beim Sprechen sowie der Verzicht auf Verstärkung bei Vorträgen vor Publikum.

Gutartige Veränderungen der Stimmbänder

Anhaltende Heiserkeit kann entstehen, wenn Sie Ihre Stimme über längere Zeit zu viel oder zu laut einsetzen. Solche Gewohnheiten können zu Knötchen, Polypen und Zysten führen. Stimmlippenknötchen (Sängerknötchen) sind schwielenartige Verdickungen der Stimmlippen. Polypen und Zysten der Stimmlippen treten ebenfalls bei Menschen auf, die ihre Stimme überlasten, können aber auch ohne diese Belastung entstehen.

Stimmlippenblutung

Wenn Sie nach lautem Schreien oder anderer starker Stimmbelastung einen plötzlichen Stimmverlust erleben, kann eine Stimmlippenblutung vorliegen. Dabei reißt eines der Blutgefäße an der Oberfläche der Stimmlippen, und das weiche Gewebe füllt sich mit Blut. Dies gilt als stimmlicher Notfall und erfordert absolute Stimmruhe sowie eine Untersuchung durch einen HNO-Arzt (Facharzt für Ohren, Nase und Hals).

Gastroösophagealer Reflux (GERD)

Eine mögliche Ursache von Heiserkeit ist der gastroösophageale Reflux, bei dem Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und die Stimmlippen reizt. Weitere typische Beschwerden bei GERD sind Sodbrennen und Aufstoßen. Meist ist die Stimme morgens am schlechtesten und bessert sich im Laufe des Tages. Betroffene verspüren häufig ein Kloß- oder Schleimgefühl im Hals und den ausgeprägten Drang, sich zu räuspern.

Laryngopharyngealer Reflux (LPRD)

Erreicht der Reflux den oberen Schließmuskel und den hinteren Rachenbereich, spricht man von LPRD und nicht von GERD. Die Strukturen im Rachen (Pharynx, Kehlkopf und Lunge) reagieren deutlich empfindlicher auf Magensäure und Verdauungsenzyme, sodass bereits geringere Refluxmengen in diesem Bereich größere Schäden verursachen können. Viele Patienten mit LPRD haben weder Sodbrennen noch andere klassische GERD-Beschwerden. Häufig wird dies als „stiller Reflux“ bezeichnet.

Rauchen

Auch Rauchen kann Heiserkeit verursachen. Da Rauchen die Hauptursache für Kehlkopfkrebs ist, sollten Raucherinnen und Raucher bei heiserer Stimme einen HNO-Arzt aufsuchen.

Neurologische Erkrankungen und Störungen

Heiserkeit kann auch bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder nach einem Schlaganfall auftreten oder ein Zeichen einer spasmodischen Dysphonie sein – einer seltenen neurologischen Störung, die meist nur die Stimme betrifft, gelegentlich aber auch die Atmung beeinflusst. Eine gelähmte Stimmlippe kann die Ursache einer schwachen Stimme sein. Hält die Heiserkeit länger als drei Monate an und wurden andere Ursachen ausgeschlossen, kann ein Neurologe zur Diagnosefindung beitragen.

Weitere Ursachen

Dazu zählen Allergien, Schilddrüsenerkrankungen, Verletzungen und gelegentlich die Menstruation. Auch sehr ernste Erkrankungen wie Kehlkopfkrebs können Heiserkeit verursachen. Deshalb ist es wichtig, chronische Heiserkeit zeitnah von einem HNO-Arzt abklären zu lassen.

Abklärung und Behandlung von Heiserkeit

Heiserkeit infolge einer Erkältung oder Grippe kann von Hausärzten, Kinderärzten und Internisten beurteilt werden, die in der Untersuchung des Kehlkopfes geschult sind. Stimmprobleme werden häufig am besten von einem Team von Fachleuten betreut, die wissen und verstehen, wie die Stimme funktioniert. Dazu gehören HNO-Ärzte, Sprach- und Stimmtherapeuten sowie Lehrkräfte für Gesang, Schauspiel und Rhetorik. Stimmlippenknötchen, Polypen und Zysten werden in der Regel mit einer Kombination aus Mikrochirurgie und Stimmtherapie behandelt.

Wie wird Heiserkeit abgeklärt?

HNO-Ärzte erheben eine ausführliche Anamnese zur Heiserkeit und zum allgemeinen Gesundheitszustand. Anschließend beurteilen sie die Stimme und führen eine vollständige Untersuchung von Ohren, Nase und Hals durch. Dazu gehört die Untersuchung der Stimmlippen mittels Laryngoskopie. Eine Laryngoskopie kann der HNO-Arzt zu jedem Zeitpunkt der Abklärung vorschlagen; hält die Heiserkeit länger als drei Wochen an, sollte die Untersuchung umgehend erfolgen, wenn eine ernsthafte zugrunde liegende Ursache vermutet wird.

Die Stimmlippen werden üblicherweise entweder mit einem Spiegel im hinteren Rachenbereich oder mit einem sehr kleinen starren oder flexiblen Endoskop beurteilt, das durch Nase oder Mund eingeführt wird. Auch eine Videoendoskopie oder Stroboskopie (Beurteilung in Zeitlupe) kann die Analyse unterstützen. Diese Untersuchungen werden von den meisten Patienten gut vertragen.

In manchen Fällen können spezielle Tests zur Beurteilung der Stimme empfohlen werden. Sie messen Unregelmäßigkeiten der Stimme, den Stimmklang, den Luftstrom und weitere Merkmale, die für Diagnose und Behandlungsplanung hilfreich sind.

Wie werden Stimmstörungen behandelt?

Die Behandlung der Heiserkeit richtet sich nach der Ursache. Viele häufige Ursachen lassen sich allein durch Stimmschonung oder eine veränderte Stimmnutzung behandeln. Ein HNO-Arzt kann Empfehlungen zum Umgang mit der Stimme geben, den Patienten an andere Mitglieder des Stimmteams überweisen und in bestimmten Fällen eine Operation empfehlen, wenn eine Veränderung wie etwa ein Polyp festgestellt wird. Allen Patienten wird empfohlen, nicht zu rauchen und Passivrauchen zu meiden. Ausreichend Flüssigkeit und schleimlösende Medikamente können ebenfalls hilfreich sein.

Wie lässt sich Heiserkeit vorbeugen?

Fachleute für Sprach- und Stimmtherapie sind darin ausgebildet, Patienten bei der Änderung ihres Stimmverhaltens zu unterstützen und so bestimmte Stimmstörungen zu beseitigen. Besonders Patienten mit ungünstigen Gewohnheiten wie Rauchen oder übermäßiger Stimmbelastung durch Schreien profitieren von diesem konservativen Ansatz. Die Sprach- und Stimmtherapeutin oder der Therapeut kann Patienten zeigen, wie sie ihre Art der Stimmbildung verändern, den Stimmklang verbessern und Probleme wie Stimmlippenknötchen lösen. Steht das Problem in direktem Zusammenhang mit dem Singen, kann eine Gesangslehrkraft helfen, die Gesangstechnik zu verbessern.

Wann sollte ich einen HNO-Arzt aufsuchen?

  • Wenn die Heiserkeit länger als drei Wochen anhält, insbesondere wenn Sie rauchen
  • Wenn Sie weder eine Erkältung noch eine Grippe haben
  • Wenn Sie Blut husten
  • Wenn Sie Schluckbeschwerden haben
  • Wenn Sie einen Knoten am Hals tasten
  • Wenn Sie einen Stimmverlust oder starke Stimmveränderungen bemerken, die länger als einige Tage andauern
  • Wenn Sie beim Sprechen oder Schlucken Schmerzen haben
  • Wenn zusätzlich zur Stimmveränderung Atembeschwerden auftreten
  • Wenn die Heiserkeit Ihren Alltag beeinträchtigt
  • Wenn Sie beruflich mit der Stimme auftreten und nicht auftreten können

Tipps zur Vorbeugung

  • Wenn Sie rauchen, hören Sie damit auf
  • Meiden Sie Substanzen, die dem Körper Flüssigkeit entziehen, etwa Alkohol und Koffein
  • Meiden Sie Passivrauchen
  • Bleiben Sie gut hydriert: trinken Sie ausreichend Wasser
  • Sorgen Sie zu Hause für ausreichend Luftfeuchtigkeit
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung: meiden Sie scharfe Speisen
  • Bemühen Sie sich, Ihre Stimme nicht zu lange und nicht zu laut einzusetzen
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit ein Mikrofon, wenn Sie Ihre Stimme tragen lassen müssen
  • Nehmen Sie ein professionelles Stimmtraining in Anspruch
  • Vermeiden Sie Sprechen oder Singen, wenn Ihre Stimme angegriffen oder heiser ist

Ohr

Ohrenentzündungen


Das Ohr besteht aus drei Abschnitten: Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Jeder dieser Bereiche kann sich entzünden, was mit Schmerzen verbunden sein kann.

Darstellung des Ohraufbaus: Außenohr, Mittelohr und Innenohr
Die drei Abschnitte des Ohres: Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Jeder kann sich entzünden.

Kleine Kinder neigen besonders häufig zu Ohrenschmerzen. Die meisten Ohrenschmerzen klingen zwar innerhalb weniger Tage von selbst ab, dennoch sollte eine körperliche Untersuchung erfolgen, um die Art der Entzündung festzustellen, eine Ausbreitung zu verhindern und eine Behandlung zur Schmerzlinderung zu erhalten.

Entzündung des äußeren Ohres (Otitis externa)

Auch als „Schwimmerohr“ bekannt, entsteht die Entzündung des äußeren Ohres durch eine meist bakterielle Entzündung im Außenohr. In der Regel tritt sie auf, wenn Wasser, Sand oder Schmutz in den Gehörgang gelangen. Feuchte Luft oder Schwimmen machen das Ohr für diese Art der Entzündung anfälliger.

Zu den Beschwerden zählen starke Schmerzen, Juckreiz, Rötung und Schwellung des äußeren Ohres. Es kann auch Flüssigkeit austreten. Häufig verstärken sich die Schmerzen beim Kauen oder beim Ziehen an der Ohrmuschel. Um die Schmerzen zu lindern und langfristige Folgen für das Ohr zu vermeiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Zu den Komplikationen einer unbehandelten Otitis externa können Hörverlust, wiederkehrende Ohrenentzündungen sowie Schäden an Knochen und Knorpel gehören. In der Regel verordnet Ihr Arzt eine Therapie, die das Bakterienwachstum hemmt. In schwereren Fällen können zusätzlich ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel verordnet werden. Die meisten Entzündungen des äußeren Ohres heilen innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab.

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Mittelohrentzündungen können durch Bakterien oder Viren verursacht werden. Auslöser können Allergien gegen Stoffe aus der Luft oder aus der Nahrung, Infektionen an anderer Stelle im Körper, Nährstoffmangel oder eine Verlegung der Ohrtrompete sein.

In chronischen Fällen kann eine zähe, leimartige Flüssigkeit aus dem Mittelohr abfließen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und reicht von Ohrentropfen über das operative Einsetzen eines Röhrchens zur Ableitung der Flüssigkeit aus dem Mittelohr bis hin zur Adenotomie.

Innenohrentzündung (Otitis interna)

Auch als Labyrinthitis bekannt, wird die Innenohrentzündung meist durch andere Infektionen im Körper ausgelöst, insbesondere durch Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Rachens oder der Zähne.

Zu den Beschwerden zählen Schwindel, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Hörverlust und Ohrgeräusche. Suchen Sie stets ärztliche Hilfe, wenn Sie den Verdacht auf eine Innenohrentzündung haben.

Gleichgewicht

Schwindel


Das Innenohr erfüllt zwei Aufgaben: Hören und Gleichgewicht. Im Ohr gibt es Strukturen, die dem Gehirn jederzeit Informationen über Ihre Körperlage, Ihre Orientierung im Raum und Ihre Bewegung übermitteln, um Sie im Gleichgewicht zu halten.

Eine falsche Drehempfindung, bekannt als Vertigo, kann entstehen, wenn das Signal an das Gehirn blockiert oder fehlerhaft ausgelöst wird. Neben dem Schwindelgefühl können Kopfschmerzen, Erbrechen, Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht, verschwommenes Sehen, Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen, Taubheitsgefühl im Gesicht, Augenschmerzen, Reisekrankheit, Konzentrationsstörungen, Ohnmachtsgefühl und Unsicherheit beim Bewegen auftreten.

Schwindel kann auch Zeichen einer ernsteren Erkrankung sein, etwa eines zu hohen oder zu niedrigen Blutdrucks, von Herzerkrankungen, eines Schlaganfalls, eines Tumors, von Nebenwirkungen von Medikamenten oder von Stoffwechselstörungen. Suchen Sie deshalb stets ärztliche Hilfe, wenn Sie anhaltenden oder wiederkehrenden Schwindel verspüren.

Häufige Ursachen von Schwindel

Akustikusneurinom

Das Akustikusneurinom ist eine gutartige Geschwulst des Nervs, der das Innenohr mit dem Gehirn verbindet. Zur Diagnose dieses Tumors wird eine MRT veranlasst, insbesondere wenn das Hörvermögen zwischen beiden Ohren unterschiedlich ist.

Gutartiger paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV)

Der BPPV entsteht, wenn sich die winzigen Kalziumkristalle im Ohr lösen und in den falschen Bereich des Ohres wandern. Kennzeichnend sind plötzliche, kurze Schwindelattacken, die meist durch Kopfbewegungen ausgelöst werden. Eine bekannte Ursache für BPPV gibt es nicht. In der Regel klingt er innerhalb weniger Tage von selbst ab, lässt sich aber auch durch ein Epley-Manöver (ein Lagerungsmanöver) bessern, das Ihr Arzt in der Praxis durchführen kann.

Entzündung des Innenohres

Schwindel kann ein Zeichen einer Innenohrentzündung sein. Meist liegt ihr ein viraler Infekt der oberen Atemwege zugrunde (Neuritis vestibularis); mitunter ist auch das Hörvermögen betroffen (Labyrinthitis). Gelegentlich werden Steroide verordnet, um die Entzündung zu verringern, was die Beschwerden von Schwindel und/oder Hörverlust bessern soll.

Morbus Menière

Morbus Menière ist durch lang anhaltende Schwindelphasen gekennzeichnet, die 30 bis 60 Minuten oder länger dauern. Begleitend treten Beschwerden wie Ohrgeräusche, Hörverlust und Schwindel auf. Eine bekannte Ursache oder Heilung gibt es für Morbus Menière nicht, doch Medikamente und Verhaltensänderungen können helfen, die Beschwerden abzuschwächen.

Migräne

Manche Formen der Migräne (vestibuläre Migräne) können ein Gefühl von Unsicherheit und Drehschwindel auslösen. Begleitend können Licht- und/oder Geräuschempfindlichkeit, Ohrgeräusche oder Hörverlust auftreten. Migräneassoziierter Schwindel kann gemeinsam mit den Migränekopfschmerzen oder unabhängig davon auftreten.

Nase

Probleme der Nasenatmung


Die Nase erfüllt drei Hauptaufgaben: Sie erwärmt, befeuchtet und filtert die Luft auf ihrem Weg in den Körper. Atembeschwerden können eine oder mehrere dieser Funktionen beeinträchtigen.

Atembeschwerden können vorübergehend oder chronisch, leicht oder ausgeprägt sein, nehmen jedoch in der Regel mit dem Alter zu. Zur bildlichen Darstellung Ihrer Atemwege können außerdem Röntgenaufnahmen und CT-Untersuchungen angefertigt werden.

Die häufigsten Ursachen von Atembeschwerden

Allergie

Gelangt ein Allergen in den Körper, beginnt das Immunsystem, dagegen vorzugehen. In den meisten Fällen bildet das Immunsystem Histamin, das die typischen Beschwerden von Allergien und Heuschnupfen auslöst: Kopfschmerzen, Niesen, tränende oder juckende Augen, verstopfte Nase und Kratzen im Hals. Auslösende Stoffe reichen von Pollen bis zu Umwelt- und Chemieschadstoffen. Auch Rauchen kann zu einer verstopften Nase beitragen.

Zur Behandlung von Allergien sollten die meisten Betroffenen den Kontakt mit dem Allergen verringern und Medikamente einnehmen, häufig Antihistaminika und abschwellende Nasenmittel. In schwereren Fällen können eine Hyposensibilisierung als Spritze oder Tropfen erforderlich sein, um die Immunantwort des Körpers auf das Allergen im Laufe der Zeit aufzubauen.

Nasenscheidewandverkrümmung

Die Nasenscheidewand ist die senkrechte Struktur, die die beiden Nasengänge trennt. Ist sie schief oder verbogen, spricht man von einer Nasenscheidewandverkrümmung, die den Luftstrom durch die Nase behindern kann. Ist die Verengung ausgeprägt, kann ein ambulanter Eingriff die Nasenscheidewand begradigen und die Nasenatmung wieder freimachen.

Umweltfaktoren

Schimmel, Staub und trockene Luft sind die häufigsten Auslöser umweltbedingter Allergien. Ihr Arzt kann diese durch eine körperliche Untersuchung und Hauttests abklären. Ist die allergische Reaktion stark ausgeprägt, kann Ihr Arzt eine Hyposensibilisierung als Spritze oder Tropfen empfehlen, um eine Toleranz gegenüber den Allergenen aufzubauen und Ihre Beschwerden zu lindern.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Die Sinusitis ist eine Entzündung des Gewebes der Nasennebenhöhlen hinter den oberen Wangen, beidseits der Nase, zwischen den Augen und oberhalb der Augen. Kennzeichnend sind eine verstopfte Nase und ein Druckgefühl, das mitunter beim Bücken und Aufrichten zunimmt. Der Druck in den Nebenhöhlen kann auch zu tränenden Augen führen.

Für eine leichte Sinusitis reichen viele rezeptfreie Medikamente aus. In schwereren Fällen können verschreibungspflichtige Medikamente nötig sein, um Schmerzen und Druck zu lindern und die Nasenwege freizumachen. Gelegentlich ist eine Operation erforderlich, um chronisch entzündetes Nebenhöhlengewebe zu entfernen.

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